Symptome

Symptome 2017-09-28T17:40:56+00:00

Es gibt eine Vielzahl von verschiedenen Augenbeschwerden. Hier ein Auszug der häufigsten Beschwerden, als Hilfestellung zur Entscheidung welche Beschwerden Sie am Besten sofort abklären lassen sollten.

Gerade bei Augenerkrankungen gilt, dass diese, auch wenn sie schwerwiegend sind, in den seltensten Fällen zu Schmerzen führen, weshalb leider viele Patienten mit einer Kontrolle zu lange zuwarten. Als „Daumenregel“ könnte man empfehlen, dass Sie, sobald Sie eine Sehverschlechterung oder eine Sehstörung bemerken zur Abklärung zum Augenarzt gehen sollten. Insbesondere dann, wenn diese Beschwerden plötzlich eingesetzt haben.

In der Regel gilt: lieber einmal „zuviel“ kontrolliert, als einmal zu wenig….

Blitzen

Ein „Blitzen“ in einem oder beiden Augen wird häufig bemerkt. Neben verschiedenen Augenerkrankungen stehen neurologische und internistische Ursachen im Vordergrund.

Netzhautloch

Das Blitzen tritt plötzlich auf, meist einseitig. Zusätzlich kann ein sogenannter „Russregen“ auftreten, wenn durch den Netzhautriss eine leichte Blutung ins Auge aufgetreten ist. Netzhautlöcher können bei jüngeren Patienten z.B. nach Trauma oder bei höhergradig Kurzsichtigen auch spontan auftreten. Sofortige Netzhautkontrolle, bei Vorliegen eines Netzhautloches oder -Risses prophylaktische Lasertherapie um eine Netzhautabhebung zu vermeiden! Körperliche Schonung. Sollte die Netzhautläsion bereits zu einer Netzhautabhebung geführt haben, muß operiert werden.

Hintere Glaskörperabhebung

Hier tritt das Blitzen ebenfalls plötzlich auf, es wird typischerweise als „von der Seite“ kommend beschrieben. Üblicherweise einseitig. Häufiger bei älteren Patienten oder bei Kurzsichtigen. Hier kann es zusätzlich zu „Spinnwebensehen“ oder Sehen von verschiedesten „Figuren“ kommen. An und für sich harmlos, es kann aber durch dynamische Kräfte zum Einreissen der Netzhaut oder von kleinen Gefäßen kommen. Deshalb körperliche Schonung und Netzhautverlaufskontrolle.

Netzhautabhebung durch Netzhautläsion

Hier ist es durch einen Netzhautriss bereits zur Abhebung der umgebenden Netzhaut gekommen. Zusätzlich zu den oben angeführten Symptomen kommt es zum Auftreten eines „Schattens“ der sich langsam „über das Auge schiebt“. Sofortige Netzhautkontrolle! Bei Vorliegen einer Netzhautabhebung muß operiert werden.

Andere Ursachen

Bei den nicht-ophthalmologischen Ursachen tritt das Blitzen häufiger beidseits auf
Kreislaufdysregulation: zu niedriger oder zu hoher Blutdruck
Durchblutungsstörung: Ultraschall der Halsgefäße zur weiteren Abklärung nötig
Migräne: Weitere Abklärung über einen Neurologen

Schwarze Flecken

Ein „Blitzen“ in einem oder beiden Augen wird häufig bemerkt. Neben verschiedenen Augenerkrankungen stehen neurologische und internistische Ursachen im Vordergrund.

„Mouches volantes“ – „Fliegende Mücken“

Hierbei handelt es sich um sogenannte Glaskörpertrübungen, kleinste „Verdichtungen“ im Glaskörper des Auges. Der Glaskörper füllt als transparentes Gel unser Auge aus. Im laufe der Jahre, bei Kurzsichtigen auch schon merklich früher, kommt es zum Auftreten von Degenerations- und Umbauvorgängen in diesem Gel, die zu kleinen Verdichtungen und Hohlräumen führen. Dadurch kommt es zu Schattenwurf auf die Netzhaut und zum Auftreten der „fliegenden Mücken“. Schwarz-graue zum Teil bizarr geformte Figuren, die sich mit den Blickbewegungen mitbewegen und vornehmlich vor gleichmäßigem Hintergrund ( Himmelsblau, weiße Fläche,…) erkennbar sind. Harmlos, keine Therapie nötig.

Makuladegeneration

Der betroffene, ältere Patient bemerkt einen zentralen Gesichtsfeldausfall, der immer im Bereich seiner Fixation bleibt und sich nicht mitbewegt. Details siehe unter „häufige Augenerkrankungen“.

Glaskörperblutung

der Patient bemerkt unzählige schwarze Punkte, die sich wie ein „Russregen“ ausbreiten.Netzhautuntersuchung zur Abklärung notwendig. 

Hintere Glaskörperabhebung

nach erfolgter hinterer Glaskörperabhebung sieht der Patient häufig einen „Ring“ oder eine „spinnwebenartige Figur“, dem Insertionsring des Glaskörpers entsprechend. Siehe auch unter „Blitzen“ / Hintere Glaskörperabhebung.

Verzerrtsehen

Zum Verzerrtsehen, der sogenannten „Metamorphopsie“ kann es bei Netzhauterkrankungen aber auch bei Unregelmäßigkeiten der brechenden Medien ( z.B. Hornhaut, Augenlinse ) kommen. Gerade Linien werden als „verzerrt“ oder „gewellt“ wahrgenommen.

Netzhauterkrankungen

Verzerrtsehen tritt bei Erkrankungen der Stelle des Schärfsten Sehens, der Makula auf. Hier besonders bei zwei Erkrankungen, bei der Retinopathia centralis serosa, die üblicherweise bei jüngeren Männern auftritt, und bei der für das höhere Alter typischen Makuladegeneration. Diagnosestellung durch genaue Netzhautuntersuchung und weitere apparative Abklärung. 

Unregelmäßigkeiten der brechenden Medien

Hierzu zählt besonders die Hornhautverkrümmung, der „Astigmatismus“. Durch ungleichmäßige Wölbung der Hornhaut kommt es hier zum Verzerrtsehen. Auch eine Linsentrübung oder Linsenkrümmung kann zu dieser Symptomatik führen. Therapie mittels Brillen- oder, bei stärkerer Ausprägung, Kontaktlinsenkorrektur bzw. Operation.

Augentränen

Das vermehrte Tränen der Augen, die „Epiphora“, ist eine störende und zum Teil chronische Erkrankung, die viele Ursachen haben kann.

Fremdkörper

Fremdkörper an der Hornhaut oder Bindehaut des Auges führen reflektorisch zu vermehrter Tränenproduktion, diese „überlastet“ die ableitenden Tränenwege und es kommt zum Tränenträufeln. Therapie: Entfernung des Fremdkörpers

Verletzung der Hornhaut / Bindehaut

Oberflächliche Verletzungen der Horn- oder Bindehaut des Auges führen, so wie Fremdkörper, zur gesteigerten Tränenproduktion. Therapie: Augensalbe, eventuell Augenverband

Entzündungen

Bei verschiedenen Entzündungen kommt es neben einer erhöhten Blendungsempfindlichkeit und Fremdkörpergefühl auch zu Augentränen. Therapie: Augentropfen und – salben.

Abflußstörung entlang der ableitenden Tränenwege

Sind die ableitenden Tränenwege aufgrund verschiedenster Ursachen verengt oder gar verschlossen kommt es dazu, dass die Tränenflüssigkeit nicht unbehindert abfliessen kann. Die Ursache des Tränenflusses ist hier also nicht eine Überproduktion von Tränen sondern ein im Verhältnis zu langsames Abrinnen der Tränen. Therapie: operativ

Lidfehlstellungen

Bei einer Einwärts- oder Auswärtsrollung der Lidkante kommt es zu vermehrtem Tränen. Bei der Einwärtsrolllung, dem Entropium, ist die Ursache dafür die Reizung durch die am Auge scheuernden Wimpern. Dadurch werden vermehrt Tränen produziert. Die Auswärtsrollung des Lides beim Ektropium führt dazu, dass das Tränenpünktchen nicht in den Tränensee eintaucht und so die Tränenflüssigkeit nicht in die Tränenkanälchen abrinnen kann. Es liegt hier also eine Störung des Tränenabflusses vor, dessen Ursache die fehlerhafte Lidstellung ist. Therapie: je nach Ausprägung mit Salben/Tropfen oder operativ

„Trockenes Auge“

die Ursache des Tränenträufeln beim „trockenen Auge“ ist eine fehlerhafte Zusammensetzung des Tränenfilmes. Dieser besteht aus drei Schichten, jede Schicht erfüllt wichtige Aufgaben. Sind die einzelnen Bestandteile des Tränenfilmes entweder in Qualität oder Quantität falsch zusammengesetzt, kann Tränenträufeln die Folge sein. Therapie: benetzende Augentropfen, -gele oder -salben.

Augenschmerzen

Im Gegensatz zu vielen anderen Organen gilt beim Auge nicht, „je mehr Schmerzen desto schwerwiegender die Erkrankung“. Vielmehr sind die meisten, potentiell zur Erblindung führenden Erkrankungen mit keinerlei Schmerzhaftigkeit verbunden.

Fremdkörper

Bereits winzige Fremdkörperpartikel an der Hornhaut oder etwa unter dem Oberlid führen zu ausgeprägten Schmerzen da die Augenoberfläche über unzählige Schmerzrezeptoren verfügt. Im Gegensatz dazu muß ein Fremdkörper der in das Auge eingedrungen ist ( z.B. ein kleines Metallstückchen bei Meiselarbeiten ) primär vom Patienten überhaupt nicht bemerkt werden.

Hornhautabschürfung

Typische Verletzung mit Pflanzenblättern oder durch einen Fingernagel. Dabei wird die vorderste Schicht der Hornhaut „abgeschürft“ und die darunter liegenden Schmerzrezeptoren gereizt. Da die vorderste Schicht der Hornhaut sehr gut und rasch regenerieren kann, klingen die Schmerzen innerhalb von 1 – 2 Tagen ab.

„Verblitzen“

Durch ungeschützten Blick in UV Licht wie z.B. beim Skifahren ohne Sonnenbrille oder Schweißen ohne Schutzbrille entsteht an der Hornhaut ein UV Schaden, der sich erst innerhalb von ein paar Stunden bemerkbar macht. Die Abheilung erfolgt innerhalb von 1 – 2 Tagen.

Glaukomanfall

Bei einem Engwinkelglaukom, einer Sonderform des Grünen Stars, kommt es zu einem extrem schmerzhaften plötzlichen Augendruckansieg, der häufig von Übelkeit begleitet ist.

Andere Ursachen

Schmerzen rund um das Auge oder hinter dem Auge treten z.B. bei Bluthochdruckpatienten, bei Schilddrüsenüberfunktion oder bei verschiedensten Kopfschmerzsyndromen auf, ohne dass das Auge selbst Ursache für die Schmerzen ist